Freitag, 16. März 2012

User Experience The Plug II

There as a nicely written user feedback by Bill Ramney of The Plug II PAT on the crazy guy on a bike blog:
http://www.crazyguyonabike.com/doc/page/?o=1&page_id=272869&v=T9

Samstag, 3. März 2012

Vietnam und die "Relativitätstheorie"

Ich möchte hier natürlich keinen Bezug zwischen Einsteins Theorie und unserem Reiseziel Vietnam herstellen, sondern nach unserer Rückkehr nur ein erstes Resümee ziehen, solange die Eindrücke und das Erlebte noch frisch sind.
Die 3 Wochen, die wir in Vietnam verbracht haben, muss man als absolutes Minimum ansehen. In diesem Zeitraum kann man nicht das ganze Land kennenlernen und muss sich auf eine Region fokussieren oder Transfers in Kauf nehmen. Wenn man das Land einigermaßen umfangreich mit dem Rad bereisen will, so sollte man mindestens 6, besser 8 Wochen einplanen.

Neben den kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten war für uns "der Aufbruch" in dem sich das Land befindet und der überall deutlich zu spüren ist am beeindruckendsten - mit allen positiven und negativen Konsequenzen die dies hat. So trifft man im einsamen und strukturell kaum erschlossenen Norden auf die sehr traditionell lebende Landbevölkerung. Unter einfachsten Bedingungen und ohne die technischen
Errungenschaften der Neuzeit (auf den ersten Blick) gehen sie ihrer täglichen Arbeit auf den Feldern nach. Währendessen ist das Wachstum und der Fortschritt in den Städten, insbesondere in Saigon, unübersehbar und es tobt das Chaos (aus europäischer Sicht).

Am eindrücklichsten zeigt sich das am Beispiel des Verkehrs, denn die Millionen von Motorrollern haben mittlerweile fast alle Fahrräder verdrängt (so wird man als Radfahrer wieder zum Exoten...). Diese haben den Verkehr voll in ihrer Hand und man ist selbst auf den Gehwegen nicht sicher. Im Strassenverkehr gilt das Recht des Stärkeren - und das ist ganz praktisch gemeint, wer nicht ausweicht kommt unter die Räder.

Wer einige Tage (vermutlich reichen auch Stunden) im Gewimmel der Strassen, mit all dem Lärm, der Hektik und dem Gestank hinter sich hat, der begreift sehr schnell, dass die Energie- und Verkehrsprobleme des 21. Jahrhunderts nicht in Europa gelöst werden müssen (und können). Ein Land wie Vietnam, das wie Deutschland ca. 80 Mio Einwohner hat, explodiert förmlich. Die Bevölkerung soll sich in den nächsten 40 Jahren fast verdoppeln (bei uns wird sie sinken). Alle streben nach Wohlstand und Mobilität - das fängt bei für uns so selbstverständlichen Dingen wie Kühlschränken an und hört beim für alle angestrebten Auto auf.
Man kommt schon ins Grübeln, wenn man sieht mit welchem Aufwand bei uns Häuser saniert werden, Müll vermieden, Solaranlagen errichtet und auf alternative Verkehrsmittel umgestellt wird - während zur gleichen Zeit in den aufstrebenden Ländern das "Mehr von Allem" gepriesen wird und neue Atomanlagen gebaut werden. Jahrzehntelang war dies die Maxime der westlichen Welt und nun streben die Schwellenländer nach diesem Vorbild (was ihnen auch niemand vorwerfen kann).





video

Reisen wie diese, verändern die eigene Perspektive und Sichtweise auf die Dinge - wenn auch vielleicht nur für kurze Zeit. Wichtig ist, dass man das Bewußtsein für sein Umfeld nicht verliert, denn dann wird uns verdeutlicht, dass doch alles irgendwie relativ ist.

Dienstag, 28. Februar 2012

Pinion Getriebe - Qual der Wahl oder der ultimative Antrieb

Nach nun mehr als 1000km in unterschiedlichem Terrain kann ich eine Zwischenbilanz ziehen. Die Erfahrung, die ich in den vergangenen Monaten im Alltag sammeln konnte haben sich auf unserer Tour durch Vietnam bestätigt.
Das Fahrverhalten des Silkroad Xplore mit seinem tiefen und zentralen Schwerpunkt ist wirklich aussergewöhnlich gut. Auch wenn sich dies bei einer Beladung mit ca. 20kg Gepäck weniger deutlich bemerkbar macht, so ist doch ein positiver Unterschied zu spüren. Die geringe rotierende Masse ist sicherlich ein weiterer Faktor der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt.
An dieser Stelle möchte ich dann auch noch einen Satz zum immer wieder diskutierten Thema "Gewicht" loswerden. Verglichen mit dem Kettenschaltungs-Silkroad das Steffi auf dieser Reise fährt bringt das Pinion etwa 2kg mehr auf die Waage. Bei 15-20kg Gepäck sind das zusätzlich 10% Mehrgewicht. In der Ebene, wenn die Masse in Bewegung gesetzt ist, kann man das vermutlich vernachlässigen. Im bergigen vietnamesischen Norden freut man sich über jedes Gramm, das man spart. Aber hier gilt natürlich die persönliche Bewertung dieses Punktes und das Abwägen zwischen allen Punkten.
Ein weiteres für mich persönlich spannendes Thema war die Getriebeübersetzung, genauer die Bandbreite, Abstufung und von uns gewählte Sekundärübersetzung. Aus der guten Erfahrung mit Rohloffrädern haben wir eine Bandbreite bestimmt, die die Erwartung an ein Reiserad gut erfüllen soll. Kann es bei einem Silkroad mit Rohloff je nach Gelände empfehlenswert sein die Übersetzung anzupassen, so hat sich auf dieser Reise gezeigt, dass das vergrösserte Spektrum des Pinion Getriebes dies nicht erforderlich macht. Mit der 30/26 Übersetzung lassen sich auch steile Rampen bezwingen und auf Abfahrten "Tempo" machen.
Darüberhinaus hat das Getriebe seinen Dienst unauffällig verrichtet. Ein leises "Surren" ist im Fahrbetrieb zu vernehmen und die Gänge wechseln präzise. Da ich noch mit einem Vorseriengetriebe unterwegs war, lassen sich detaillierte Aussagen hierzu aber erst zu einem späteren Zeitpunkt machen.
Es gibt noch zu Erwähnen, dass man sich sein Multitool genauer ansehen sollte bevor man auf die Reise geht, denn es gibt einige Torx Schrauben am Getriebe die nicht gängig sind. Auch der Ersatzschaltzug (auch wenn nicht gebraucht) ist ein besonders langer und sollte von zu Hause mitgenommen werden.

Mein persönliches Fazit nach der ersten Reise: der neue Antrieb hat auf der Habenseite einiges zu bieten. Dennoch wird die Qual der Wahl eher grösser als kleiner. Das Xplore ist ein kompromisloses Rad, das nur auf einen Antrieb zugeschnitten ist. Das ist Vor- und Nachteil zugleich. Wer sich darauf einlässt muss dies zu 100% tun, denn eine Alternativlösung gibt es nicht an diesem Rahmen. Für die bekannten Antriebslösungen von Rohloff oder die Kettenschaltung spricht die lange Erfahrung, auf die man zurückgreifen kann. Es sind universellere Rahmenkonstruktionen, die z.T. auch andere Schaltungen zulassen, sollte man wechseln wollen. Wer darauf Wert legt, für den sprechen die traditionellen Lösungen. Zuletzt stellt sich dann auch die Budgetfrage - das Preisleistungsverhältnis stimmt bei allen drei Schaltungstypen.